08.08.2023

Nachhaltigkeit, Veränderungsmanagement, Unternehmensprozesse | Gastgewerbe

Energieeffizienz ist Pflichtfach in Hotellerie und Gastronomie

Die kleinen Dinge, die bereits jeder tun sollte

Die letzten Jahre haben es deutlich gezeigt: wer das Thema Energie bisher nicht angegangen ist, dem haben die Kostenexplosionen auf dem Energiemarkt wesentlich mehr zugesetzt als denen, die schon zuvor gute energetische Konzepte, oder sogar ein gewisses Maß an Autarkie entwickeln konnten. Am Beginn sollten jedoch immer die einfachen Dinge stehen, die leicht umzusetzen und schnell amortisiert sind.

Energieeffizienz ist Pflichtfach in Hotellerie und Gastronomie
Energieeffizienz ist Pflichtfach in Hotellerie und Gastronomie

Einige Dinge sollten mittlerweile selbstverständlich sein, das ist auch unser Gefühl als Energieberater. Sind wir dann allerdings bei Energieaudits in Betrieben, finden wir immer noch eben solche Dinge vor: Das kann die alte T-8 Leuchtstoffröhre sein, alte mechanisch laufende Heizungspumpen oder auch die falsch eingestellten Kühlungen in der Küche. Die Liste ist lang. Steht jemand beim Thema Energieeffizienz noch am Anfang, lohnt es sich zu checken, ob alle Punkte bereits erfüllt sind. Und das auch in den Bereichen des Betriebes, die oft unter dem Radar liegen, wie Dachböden, Lagerräume, Heizungs- und Technikräume, Keller oder Produktionsräume.

Im Wesentlichen lassen sich die daraus resultierenden Maßnahmen in drei Kategorien unterteilen: 

Schnell umsetzbare technische Maßnahmen mit geringem Investitionsaufwand, selbst durchführbar:

  • Umrüstung auf LED: Jedes andere Leuchtmittel sollte mittlerweile umgerüstet sein. Einsparungen zwischen 60 und 95% des Energieverbrauchs sind möglich. LED-Leuchtmittel sind nicht mehr teuer und leisten alles, was nötig ist.
  • Abschaffen oder Anschalten der Minibars nur auf Wunsch der Gäste: Das Konzept der durchgehend laufenden Minibar auf dem Zimmer ist nicht mehr zeitgemäß. Durch die große Anzahl der Geräte und oft ungünstige Standorte sind Energieverbrauch und Kosten enorm. Zentrale, ansprechend gestaltete Getränkekühlschränke/-Stationen auf dem Gang können eine Alternative sein.
  • Installation von Spararmaturen, Sparbrausen oder Durchflussreglern: So werden nicht nur Kosten für Wasser und Abwasser gespart, sondern auch Heizenergie für die Erhitzung des Warmwassers.
  • Anpassung der Kühltemperaturen an die HACCP Mindesttemperaturen: Kälter ist nicht nötig. Jedes Grad verursacht ca. 5-6 % höhere Energiekosten. Thermometer mit in das Gerät legen, da viele Thermostate ungenau sind und morgens vor Aufnahme des Betriebs checken.

Schnell umsetzbare technische Maßnahmen mit geringem Investitionsaufwand und fachlicher Unterstützung:

  • Anschluss von Wasch- und Spülmaschinen an Warmwasser prüfen: Meistens ist der Anschluss an den Warmwasserkreislauf über ein Vorschaltgerät günstiger und spart Strom und Kosten.
  • Überprüfung, ob bereits alle Heizungs- und Wasserpumpen als Hocheffizienzpumpen ausgelegt sind: Mittlerweile sollten bereits alle Pumpen umgestellt sein. Diese modernen Pumpen sind frequenzgesteuert und können die Leistung anpassen, während alte Pumpen dauerhaft auf Volllast laufen.
  • Elektronisch geregelte Lüftungssteuerung: Auch hier ist eine bedarfsorientierte Steuerung über Frequenzumwandler möglich und bei einer Reduktion der Ventilatorleistung um 20 % werden so bereits in etwa 50 % der Energie eingespart. 

Maßnahmen für internes Energiemanagement und Mitarbeitereinbeziehung:

  • Monitoring: Regelmäßige Dokumentation von Energie- und Wasserbedarf ist die Basis jeden Energiemanagements. Gutes Monitoring ist so Kontrollinstrument für Maßnahmen, Fortschritt sowie Hinweisgeber bei Fehlverbräuchen und Defekten.
  • Kennzahlen: Entwicklung von Kennzahlen zur Vergleichbarkeit verschiedener Sachverhalte
  • Energiesparen als Teil der Unternehmenskultur: Holen Sie Ihre Mitarbeitenden an Bord, nutzen Sie deren Kenntnisse des Betriebes und schulen Sie diese wo nötig.
  • Verhaltensmuster und Gewohnheiten hinterfragen: Was muss wann angeschaltet werden und warum eigentlich? Und wie könnte man dies vermeiden? Es gilt täglich, die eigenen Arbeitsabläufe auch aus energetischer Sicht zu hinterfragen. Oft ist eine Änderung gar nicht so gravierend, wie sie sich erst anfühlt. 

Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl weiterer Maßnahmen, die sinnvoll sein können, ebenso wie eine geförderte Energieberatung. Ein erster Schritt können diese Dinge in jedem Fall sein. Loslegen, überprüfen und ggf. gleich umsetzen. 

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Autor: blueContec in Kooperation mit dem Tourismus-Cluster Schleswig-Holstein

Bildquelle: istockphoto.com/Michelle Mahlke-Sloniecki

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