Die Philosophie von „Tourismus für alle“

Wie bereits beschrieben, geht es im Projekt geht es neben rollstuhlgerechten Angeboten um Zugänglichkeit und Komfort für alle.  Es geht um Angebote und Serviceleistungen für Gäste, die sich nicht (mehr) gut bewegen können, sehbeeinträchtigt oder schwerhörig sind.

Zum Nachdenken
„Bei jeder konkreten Maßnahme zur Herstellung von mehr Barrierefreiheit oder Design für Alle muss immer überlegt werden, ob nicht im selben Augenblick Barrieren für andere entstehen“ (Quelle: Leidner, R., Neumann & P., Rebstock, M. (2006): Design für Alle und Barrierefreiheit als Herausforderung für Kommunen: Leben ohne Barrieren, in: Bauen für Alle (EUROPA kommunal), Nr. 6/2006, S. 203-206).

Auch die Kommunikation der Barrierefreiheit durch z.B. unser Projekt kann bei anderen Menschen die „Barriere im Kopf“ entstehen lassen: „Ich brauch ja keine Barrierefreiheit, ich bin ja nicht behindert, daher ist das Hotel XY nichts für mich“. Man hat also bei dem einem Menschen eine Barriere entfernt und eine andere Barriere für einen anderen Menschen geschaffen, ohne Maßnahmen zu treffen, die „Barriere im Kopf“ nicht entstehen zu lassen.

Design für alle
Der Leitgedanke von „Design für Alle“ unterscheidet sich im Wesentlichen von Konzepten wie „Barrierefreiheit“ oder „Universal Design“, indem man die Nutzergruppe schon im Entstehungsprozess mit einbindet. Lösungen sind attraktiv, komfortabel und leicht nutzbar – für alle, ohne andere durch Speziallösungen zu stigmatisieren. Mehr Informationen finden Sie hier: http://www.design-fuer-alle.de/design-fuer-alle/

Design für alle soll hier am Beispiel Waschbeckenhöhe in Bädern oder öffentlichen WCs gezeigt werden
Derzeit wird lt. DIN-Norm 68935 die Höhe für Waschtische in öffentlichen Räumen und Mietwohnungen bei 85 bis 95 Zentimeter (Oberkante Waschbecken ab Fußboden) festgelegt – und damit wird die Höhe vielen Menschen NICHT gerecht – weil sie zu klein oder zu groß sind.

Welche Alternativen gibt es?
Zwei Waschbecken könnten eine pragmatische Lösung sein, wie es die Jufa-Hotels standardmäßig umsetzen (siehe Foto).

Quelle: Jufa Hotels; www.jufa.eu
Quelle: Jufa Hotels; www.jufa.eu
 

Eine weitere Lösung wäre ein höhenverstellbares Waschbecken oder WC.

Hier sehen Sie Beispiele der Firma Walraven:

Quelle: walraven.com
Quelle: walraven.com
Quelle: walraven.com
Quelle: walraven.com
 
Höhenverstellbar: WC und Waschbecken, während der Nutzung verstellbar.
Quelle: walraven.com

Bei beiden Lösungen müssten die Anschaffungskosten, Wartungskosten und die Kosten für den zusätzlichen Raum/Fläche oder einen zweiten Wasseranschluss verglichen werden.

Eine Lösung der Zukunft wäre ein Waschbecken, das schon beim Herantreten erkennt, wie groß ein Mensch ist und sich in der Höhe anpasst, ohne dass der Gast es merkt. Im Zeitalter der Digitalisierung erleben wir vielleicht noch ein solches Angebot.

Design für alle ist also ein Ansatz für ALLE Menschen, die aus der Norm fallen, mit großem Qualitätsgewinn. Und im Gegensatz zur Zwei-Waschbecken-Lösung fällt dem Norm-Gast die Qualitätsverbesserung nicht auf, er fühlt sich also wohl. Niemand wird dann mit dem stigmatisierenden Gefühl im Urlaub konfrontiert wird, „eine Speziallösung nutzen zu müssen“.

 
 
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