Tipps für die Beschäftigung von Flüchtlingen

Darf ein geflüchteter Mensch sofort arbeiten?
Ob ein geflüchteter Mensch arbeiten darf, steht in seinen Ausweisdokumenten. Es besteht generell eine dreimonatige Wartezeit, die nach Gestattung des Aufenthalts beginnt. Weiterhin kann es sein, dass die Beschäftigung bis zu sechs Monaten ausgeschlossen ist, solange eine Person in einer Aufnahmeeinrichtung untergebracht ist. Asylbewerber verschiedener sicherer Herkunftsländer dürfen keiner Erwerbstätigkeit nachgehen, bei Rückfragen hilft Ihnen Ihre Arbeitsagentur weiter. Generelle Informationen zu dem Thema erhalten Sie auf dieser Seite der Bundesagentur für Arbeit.

Ich möchte geflüchtete Menschen beschäftigen. Wie finde ich BewerberInnen?
Sie können sich an gemeinnützige Vereine, ehrenamtliche Initiativen, kommunale Einrichtungen oder Erstaufnahmeeinrichtungen wenden, um interessierte BewerberInnen kennen zu lernen. Aber grundsätzlich ist der Arbeitgeber-Service Ihrer Arbeitsagentur Ihr Ansprechpartner. Nur hier erhalten Sie die Infos zu den Rahmenbedingungen, zu Fördermöglichkeiten und die Voraussetzung für die erfolgreiche Integration.

Wer muss die Arbeitserlaubnis beantragen?
Das muss der Arbeitssuchende bei der Ausländerbehörde selbst übernehmen. Geben Sie dem/der BerwerberIn eine Stellenbeschreibung mit, das erleichtert die Angelegenheit. Unterstützung bieten auch ehrenamtliche Initiativen. Welche Inititativen es in Ihrer Region gibt, können Sie beim Flüchtlingsrat Schleswig-Holstein e.V. in Kiel erfahren.
www.frsh.de

Ist eine Arbeitserlaubnis auch für Minijobber erforderlich?
Ja, für geringfügig Beschäftigte gelten die gleichen Bedingungen.

Wie muss ich geflüchtete Menschen entlohnen?
In tarifgebundenen Unternehmen ist der Tariflohn anzuwenden. Ansonsten gilt der Branchenmindestlohn, denn dieser stellt nur die unterste Grenze der Entlohnung dar.

Im Zusammenhang mit der Genehmigung der Arbeitsaufnahme ist immer wieder von der Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit die Rede. Was ist damit gemeint?
Die Ausländerbehörde schaltet die Bundesagentur für Arbeit zur Durchführung der Arbeitsmarktprüfung ein, wozu die Prüfung der Beschäftsgungsbedingungen und die Vorrangprüfung gehören. Diese Prüfung dauert in etwa zwei Wochen. AsylbewerberInnen und Geduldete dürfen nicht zu ungünstigeren Bedingungen beschäftigt werden als inländische ArbeitnehmerInnen. Maßgeblich gelten hier Entgelt und Arbeitszeit. Weiterhin wird geprüft, ob die Stelle mit einem Deutschen, einem "Staatsangehörigen aus dem europäischen Wirtschaftsraum" oder einer anderen Person mit uneingeschränktem Arbeitsmarktbezug besetzt werden kann. Nach 15 Monaten Aufenthalt entfällt die Vorrangprüfung.

Lässt sich nach Genehmigung der Auslandsbehörde die Tätigkeit oder der Arbeitsort ändern?
Nein, die Genehmigung gilt für die konkrete Beschäftigung bei einem bestimmten Arbeitgeber an einem bestimmten Arbeitsort. Ein Tätigkeits- oder Ortswechsel bedarf einer erneuten Genehmigung.

Darf ich AsylbewerberInnen ausbilden?
Ja. Sie können eine Ausbildung ab dem vierten Monat der Aufenthaltsgestattung beginnen. Betriebliche Ausbildungen sind für anerkannte Schutzberechtigte ohne Einschränkung möglich. Nutzen Sie hier auch das Angebot zur Einstiegqualifizierung der Arbeitsagentur (EQ).

Können Asylsuchende in meinem Betrieb ein Praktikum machen?
Geduldete und Asylbewerber können grundsätzlich mit Erlaubnis der Ausländerbehörde ein Praktikum aufnehmen. Ein unbezahltes Praktikum zur Berufsorientierung ist bis zu drei Monaten möglich.

Wer unterstützt mich, wenn Schwierigkeiten bei der Integration auftreten?
Bitte überlegen Sie im Vorwege, wie Sie die Flüchtlinge in Ihr Unternehmen integrieren wollen. Es gibt Angebote für interkulturelle Trainings für Sie und auch Ihre Mitarbeiter. Hier bietet das IQ-Netzwerk SH  weitere Informationen unter www.iq-netzwerk-sh.de. Bestimmen Sie einen Paten, der nicht nur im Betrieb, sondern auch bei Behördengängen hilft. Integrieren Sie die Flüchtlinge in informelle Rituale und Gegebenheiten wie z.B. das gemeinsame Mittagessen, Betriebssport oder bei Tippspielen. Unterstützen Sie auch die Familie des Flüchtlings bei Behördengängen oder der Suche nach Kinderbetreuung. Feiern Sie gemeinsam an Geburtstagen oder Feiertagen.

Wer steht mir ansonsten als Ansprechpartner zur Verfügung?
Neben den Ansprechpartnern bei Ihrer Arbeitsagentur verfügt die IHK SH verfügt über kompetente Ansprechpartner, die Ihnen zur Seite stehen. Die Willkommenslotsen vermitteln bei Bedarf Kontakt zu Flüchtlingen für die Ausbildung und Beschäftigung.

IHK zu Flensburg
Catharina Nies, Flüchtlingskoordinatorin, nies@ihk.flensburg.de, 0461 806-454.
www.ihk-schleswig-holstein.de

 
 
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Ansprechpartnerin

Kontakt/Team Stangenberg

Volpp, Katharina

Projektmanagerin

 
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