Management

Aller Anfang ist schwer, sagt ein altes Sprichwort, und das kann sich für Betriebe ohne Vorkenntnisse zum Thema Nachhaltigkeit auch so anfühlen. Dabei ist das Thema Nachhaltigkeit indirekt ohnehin auf Ihrem Tisch als verantwortlicher Manager oder Eigentümer eines touristischen Betriebes. Sie werden in Ihrem täglichen Geschäft oder den jährlichen Budget-Runden sicherlich öfter mit diesen Fragen konfrontiert:

© Henrik Matzen
 
  • Wie reduzieren Sie die Kosten Ihres Betriebes, zu denen die Energie-, Wasser- und Abwasserkosten oftmals als drittgrößter Kostenfaktor nach den Personal- und Wareneinsatzkosten gehören?
  • Wie gehen Sie mit Ihren Mitarbeitern um und stellen sicher, dass diese die besten Botschafter Ihres Betriebes sind?
  • Wie und wo kaufen Sie Ihre Waren ein und wie sichern Sie dabei Ihre Qualität?
  • Wie machen Sie auf sich aufmerksam und überraschen Ihre Gäste?

Nicht immer ist bei der Beantwortung dieser Fragen das Thema Nachhaltigkeit primär entscheidend, jedoch ist es erfahrungsgemäß von Vorteil, wenn Sie Ihr Qualitätsverständnis um das Thema Nachhaltigkeit erweitern.

Wege Für Einsteiger

1. Benennung und Schulung eines Verantwortlichen für Nachhaltigkeit in Ihrem Betrieb

Gerade weil das Thema Nachhaltigkeit genauso wie Qualität ein Querschnittsthema ist und sich durch alle Bereiche Ihres Betriebes zieht, ist es wichtig, dass eine Person die Fäden in der Hand hält und verantwortlich dafür ist. Erfahrungen mit zahlreichen Hotels haben gezeigt, dass es in jedem Betrieb Mitarbeiter gibt, denen das Thema Nachhaltigkeit mehr am Herzen liegt als anderen. Es ist empfehlenswert, eine solche Person – grundsätzliche Eignung vorausgesetzt – zu wählen und diese mit dem entsprechenden Mandat auszustatten. Das bedeutet vor allem, dass die- oder derjenige bewusst Zeit für die Übernahme dieser Rolle erhält und das Thema im Namen des Managements oder der Eigentümer koordiniert. Je nach Betriebsgröße muss dafür keine Vollzeitstelle eingerichtet werden. Es reichen bei kleinen Betrieben ein bis zwei Tage im Monat. Sofern größere Betriebe bereits einen Qualitätskoordinator haben, könnte auch dieser die Rolle des Nachhaltigkeitsmanagers gut mit übernehmen, da die Aufgaben und handelnden Personen sehr ähnlich sind.

Sollte die ausgewählte Person keine Vorbildung im Bereich Nachhaltigkeit haben, ist eine entsprechende Schulung wichtig. Die Websites des Tourismus-Clusters (www.tourismuscluster- sh.de) und des Bildungszentrums für Natur, Umwelt und ländliche Räume (BNUR) des Landes Schleswig- Holstein (www.bnur.schleswig-holstein.de) informieren z. B. über entsprechende Angebote. Eine Alternative bei Betrieben, die ohnehin eine unabhängige Zertifizierung anstreben, ist die Begleitung und Schulung der Person durch einen externen Berater.

2. Zusammenstellung eines Nachhaltigkeitsteams (ab 25 Zimmer)

In einem kleinen Betrieb kann der Nachhaltigkeitsmanager die Aufgaben ohne ein Team koordinieren. Bei größeren Betrieben (ab 25 Zimmer) ist es sinnvoll, dass ein Kernteam das Thema Nachhaltigkeit im Betrieb koordiniert. Zu dem Kernteam sollte in jedem Fall der Haustechniker, ein Vertreter des Reinigungsteams und einer des F&B Bereiches gehören. Alternativ können weitere Vertreter anderer Bereiche wie z. B. Rezeption, Wellness, oder Animation dazu stoßen. Insgesamt sollte das Team nicht mehr als 5 bis 8 Personen umfassen. Aufgabe dieses Teams ist es, die Themen in ihren Bereichen zu koordinieren, alle Mitarbeiter zu involvieren und sich zu den Erfahrungen im Team regelmäßig auszutauschen. Als sinnvoller Rhythmus für die Treffen des Nachhaltigkeitsteams hat sich in der Aufbauphase monatlich und später viertel- oder halbjährlich erwiesen.

3. Beschreibung Ihres Nachhaltigkeit-Status

Um Ihnen die Erfassung Ihres Status zum Thema Nachhaltigkeit so einfach wie möglich zu machen, haben wir ein Berichtsblatt vorbereitet. Beschreiben Sie einfach, wie und wo Sie sich jetzt schon engagieren und in welchen Bereichen Sie sich zukünftig verbessern wollen. Neben der Auflistung Ihrer nachhaltigen Aktivitäten, die Sie bereits durchführen, ist es empfehlenswert, die Verbräuche Ihrer wichtigsten Ressourcen wie den Energie- und Wasserverbrauch, die eingesetzten Gefahrstoffe und die entstehenden Abfallmengen zu erfassen. So können Sie feststellen, welchen Effekt Ihre Maßnahmen zum Beispiel auf die Senkung Ihrer Energiekosten haben.

4. Beschreibung Ihrer geplanten Aktivitäten zur Verbesserung Ihrer Nachhaltigkeitsleistung

Ist Ihr Nachhaltigkeitsstatus einmal beschrieben, geht es darum, sich selbst Ziele für die Verbesserung zu setzen. Diese Ziele können konkret messbar sein, wie die Senkung des Energieverbrauchs je Gast und Nacht, oder es sind konkrete Maßnahmen, wie z. B. die Umstellung auf LEDs. Hierfür können Sie wieder das Berichtsblatt der Initiative nutzen und beschreiben, welche Aktivitäten Sie in den nächsten 12 Monaten planen.

 
 

Sie wollen in das Thema Nachhaltigkeit einsteigen? Erfahren Sie hier, wie Sie mit unserer Initiative starten können.

 

Der Weg zum Profi

Sie wollen auch Profi werden? Dafür gibt es in der Tat viele gute Gründe. Einige Praxis-Beispiele auf  dieser Webseite zeigen positive Beispiele und bereits zertifizierte Betriebe. Fragt man die Betriebe mit Zertifikat, warum sie sich unabhängig haben zertifizieren lassen, so sind die Gründe so unterschiedlich wie die Betriebe selbst. Die wichtigsten Punkte sind:

  • Systematische Bearbeitung und Anleitung zur Umsetzung des Themas Umweltmanagement/Nachhaltigkeit im eigenen Betrieb
  • Unabhängige und damit glaubwürdige Bestätigung des eigenen Engagements
  • Nutzen von Experten mit einem Außenblick auf den eigenen Betrieb: Inspiration für mögliche Maßnahmen und eine Bestimmung des eigenen Status
  • Persönliche Überzeugung, das Richtige zu tun
  • Unterstützung bei der Einbindung aller Mitarbeiter

Als Profi mit einem anerkannten Umwelt- oder Nachhaltigkeits-Zerzifikat sind Sie automatisch Partner unserer Initiative. Füllen Sie einfach den Berichtbogen aus.

© Ringhotel Birke

Beispiel

Ringhotel Birke

 
 

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Dipl.-Kauffrau Hartwig, Kim

Projektleiterin

 

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